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Bemerkenswerte Vorgänge bei den Feierlichkeiten zum NeuJahresFest

Kapitel 33: Kotor


Zum Jahreswechsel 26/56 G.T., also zwischen 3. und 4. September 1994 in der Nähe des Roten Kastells bei Aesch in der Schweiz. Die Beobachtungen um verwirrliche Zeitphänomene und Magieflüsse wurden vom damaligen Statthalter Ghilean aus Wexxel sorgsam aufgezeichnet.


Das Festzelt bei El-Bas

Nach den ganzen Aufregungen in Dysterthor freute ich mich schon auf ein ruhiges und beschauliches Fest, bei dem in Tikon traditionell das neue Jahr begrüsst werden würde, zumindest sollte es so ablaufen, wie mir und Gajiness der Hauptmagus in Sachen Magiekollektorey, Perefor Ziut, erzählt hatte. So sind wir alsdann aus Dysterthor losgezogen, um bei der elfischen Lichthüterstadt El-Bas in das Festzelt einzuziehen. So weit war auch alles in Ordnung gegangen. Doch in Tikon und dann in El-Bas angekommen, mussten wir erstaunt feststellen, dass sich hier vieles verändert hatte, und das mit solcher Endgültigkeit, wie es unter normalen Umständen nicht möglich gewesen wäre. Der Grund hierfür war recht schnell gefunden: gegenüber den anderen Ländern aussenherum sind hier in Tikon gleich dreissig Jahre auf einmal vergangen. Eine Erklärung dafür war aber sehr viel schwieriger: die Tikoner empfanden dies nicht als ungewöhnlich, lediglich den Zugereisten fiel dieser doch bedeutende Unterschied überhaupt auf, so dass ich dieses Faktotum erst einmal beiseite liess, und mich in das Geschehen dort hineinstürzte.

Nach den anfänglichen, sehr interessanten Audienzen mit dem Grossvezier Rereshquala, den wir von Wolfs Ableben in Kenntnis setzten, und mit dem mittlerweile wieder zum Erzmagus, und auch zum Tiktator Tikons aufgestiegenem J’Osui, von dem wir über das hier nun herrschende Magieprohibit, natürlich zum Wohle aller (wie immer, wenn er daran beteiligt war), auf das die Horden der Anderweltler nie wieder durch die Magie angezogen in diese Welt gelangen werden würden, erfuhren, und an das wir uns selbstverständlich zumeist auch hielten, suchte ich das Gespräch abseits der Feiernden mit einer seltsamen Person, die ich bislang noch nirgends zu Gesicht bekommen hatte. Diese Frau machte auf mich im ersten Augenblick den Eindruck einer gewöhnlichen Magd, doch spürte ich sofort in ihr Magie innewohnen, was ich natürlich sogleich überprüfen musste.

Doch, um es kurz zu machen, erfuhr ich darüber leider nichts: Silvarin ist ihr zugegebenermassen wohlklingender Name, und sie stammt aus dem Norden. Sie ist anscheinend auf einer Art Bildungsreise, bei deren Abschluss sie endgültig in einen ominösen Orden aufgenommen werden will. Des Ordens Symbol und ihrer ganzen Geschichte werde ich mich in Zukunft jedenfalls noch näher annehmen müssen, um darüber wohl mehr herauszufinden.

Wütender Ork

Aber zurück zu den Geschehnissen. Just als eine Delegation aus Cer-Tellurien mit einem Elfenherrscher im Schlepptau zugegen war, überfielen Orks das Lager, nahmen Gefangene und zogen sich nach gutem Zureden fürs erste wieder in den Wald zurück. Als Verhandlungen mit diesen gestartet wurden, erfuhren wir, dass sie keine Gefangenen genommen hatten, sondern lediglich Gäste beherbergten, was diese auch prompt bestätigten, also die Orks nur in Frieden gelassen werden wollten. Erst im Nachhinein erfuhr ich von ihren gar wandelbaren Tätigkeiten. Zwischenzeitlich wurde von den versammelten Gästen auch noch der "neue alte" Emir begrüsst, unfähig wie eh und je, der es sich sogleich mit seinen zwei Dschinns als Gefolge im Zelt bequem machte, und verlangte, dass einerseits das in der Nähe befindliche Rote Kastell von den Orks übergeben werden sollte, und andererseits dies friedlich über die Bühne gehen lassen wollte. Also zogen ich und ein paar andere Recken in der hereinbrechenden Dunkelheit Richtung Rotes Kastell los, während Gajiness die Beziehungen zu den wichtigen Leuten Tikons, bequem im Zelte sitzend, pflegte.

Doch bevor wir uns unserem Ziel überhaupt näherten, fanden wir den Hauptmagus Perefor Ziut in einer überaus misslichen Lage vor, und in seinem Geiste aufs Gröbste verwirrt. Schnell geholfen fand ich heraus, dass seine nicht immer einwandfreien Teleportationen zusammen mit dem Zeitphänomen hier dies verursacht hatte, aber war voller Zuversicht, ob seiner baldigen Genesung. Nur sein Teleportationsteppich blieb verschwunden, doch fand er ihn nach eigenen Angaben des neuen Tages wieder, was aber gelogen war, denn Perefors verwandelter Doppelgänger hatte ihn schon lange aus der Hand gegeben. Weiter waren die Verhandlungen um das Rote Kastell dann seltsamerweise so erfolgreich, dass die Orks es als Gastgeschenk dem Emir friedlich wieder zurückgaben, und es dieser doch am nächsten Tag in Besitz nehmen sollte.

Zurück beim Zelt meinte dann plötzlich auch noch eine seltsame Erscheinung, dass hiermit das Magieprohibit wieder aufgehoben wäre, entgegen dem Willen J’Osuis zwar, aber der überliess es dem gesunden Menschen- oder Elfenverstand der Anwesenden, die Entscheidung selbst zu fällen, so dass nun die Feier endlich starten konnte. So ein Schwätzer. Aber seltsam war das alles schon.

So legte ich mich nach etlichen Trunke und vielen interessanten Gesprächen in meine Schlafstatt, um mich für die morgige Reise zu erholen. Aber des nächsten Tages stand zuvorderst noch die Übernahme des Kastells durch den Emir an, der doch gleich dazu einige neue Gesetze erliess, die so unsinnig waren, dass ich endgültig an der Geisteskraft dieses Herrn zweifelte. Seine Standhaftigkeit wird sich ja in Zukunft noch zu beweisen haben. Gajiness und ich jedenfalls zogen dann nach einem abschliessenden Brief an Magus Perefor los, unsere Arbeit in Wexxel für die Gräfin Aressia zu beginnen, dabei aber immer die Vorgänge in Tikon gleichzeitig beobachtend, denn es sollten sich bald gar schauerliche Einschleich- und Tauschaktionen bei der Obrigkeit in Tikon durch die Wandler aus Mûr offenbaren.


Geschrieben von mib; zum letzten mal bearbeitet von GbO am 30 Nov 2002