Die Dogenwahl zu Wexxel

Lichtscheue

Eine Wahlgruppierung


[] Nicht allzu vielen Leuten ist die Existenz der Lichtscheuen Wesenheiten wie Skelettiche, Ghouloure und Zombienierte überhaupt bekannt gewesen und es ist bis jetzt unklar, ob sie schon vor dem Eintreffen von Gräfin Aressia di Messola in Wexxel ansässig waren. Auf jeden Fall ist durch das Auftauchen der Lady Aressia, die bekanntermaßen Nekromantin und den DunkelZähnen angehörig ist, ihre Zahl sehr groß geworden, alldieweil sie mit diesen einige Experimente unternahm. Aber nach ihrem Verschwinden vor einigen Jahren wurde es sehr dunkel und still um die übrigen Exemplare, da sich nur wenige Leute um sie kümmerten und was wichtiger wog, sie in einigermaßen ordnungsgemäßem Zustand hielt. Denn der Zahn der Zeit sägte gerade an lichtscheuen Wesenheiten doch enorm, ein Arm war nicht so leicht ersetzt, geschweige denn ein Torso!
So konnte es durchaus als Glücksfall angesehen werden, daß der damals noch statthalternde und jetzt regierende Ghilean von Wexxel mit dem Fürsten Wolf von Dysterthor ein Handelsabkommen einging. Dieses beinhaltete auf seiten des Fürsten, daß sich dieser um die lichtscheuen Wesenheiten kümmerte und sie in guten Zustand hielt und demzufolge gedieh auch nach diesem Vertrag die übriggebliebene Schar prächtig. Das war auch bitter nötig, denn bisher wurden sie für alle Grabungsarbeiten des verschütteten Wexxel hergenommen und mußten das tun, was ihnen die Sandler und Mineure auftrugen, was natürlich ihrem Zustand und ihrer Zahl sehr abträglich war. Aber das änderte sich alles schlagartig.
Schließlich wurde die aufstrebende Oasenstadt buchstäblich auf ihren Rücken erbaut! Während sie also Stück für Stück auseinanderfielen, führten die Menschen und andere Wesen über ihren Köpfen ein immer feudaleres Leben, so daß sie sich zuletzt zu einer verschworenen Einheit zusammenschlossen und ein Mitspracherecht in den anstehenden Dogenwahlen beanspruchten. Und überraschenderweise wurde es ihnen ohne großen Widerstand gewährt, was damit zusammenhängen könnte, daß einfach niemand besonderen Wert auf die Äußerungen von Lichtscheuen bisher Wert gelegt hatte. Sie wurden schlicht übersehen oder ignoriert.
Das ließ natürlich auch viel Freiraum für köstliche Vergnügungen. Meist wurden sie einfach nicht beachtet und konnten anstellen, was sie wollten, wobei vor allem der Grundbesitzer Lord Varag Vetinari ein dankbares Opfer als altedler Aristokrat war. Langsam aber sicher finden sich auch immer wieder Auftraggeber außerhalb der ungeliebt hochnäsigen Sandler und Mineure, die mit Arbeiten wie der Ausbau von unterirdischen Stauräumen im Gegenzug bare Münze versprachen. Die besten Kunden waren da die Spielhöller und Bordelleure, die immer dankbar für einen versteckten Raum oder zwei waren.

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Den leeren Köpfen und Schädeln fast hinfälliger Lichtscheuer von Michael Breitenfellner entnommen.
Panta rhei. Das letzte Mal am 24. Mai 1999.