Die Dogenwahl zu Wexxel

Gelehrte, Schriftkundler & Bibliothekare

Eine Wahlgruppierung


[] Es gab vor der Landung des UR-Viechs tatsächlich so etwa wie eine Bibliothek in Wexxel, aber mit dieser Katastrophe ist sehr viel vom Sandboden in Wexxel verschwunden. Erst mit dem Einzug des Regenten Ghilean von Wexxel und seiner Beraterin Gajiness Sja'Tallonach konnte die Geschichte der Schriftkundler in Wexxel wieder fortgeschrieben werden. Und nachdem Gelehrte im Emirat Tikon weit weniger von wichtiger Bedeutung sind, nahm es sich in Wexxel immer als Ausnahme heraus, daß hier schriftenkundliche Personæ mehr Achtung als an anderen Orten widerfuhr.
Zuerst wurden also von Ghilean einige der verschütteten Gemäuer wieder freigelegt und deren seitenweise Inhalte sorgsam gesammelt, bevor er sich daran machte, eine zentrale Bibliothek wiedererstehen zu lassen. Im Zuge des Baus dieses neuen Wahrzeichens der wiedererstarkten Oasenstadt kamen nach und nach weitere bedeutende Werke auf wundersame Weise in dieses sanduhrähnliche Bauwerk. Viele munkelten damals von düsteren Machenschaften in den Katakomben von Wexxel, aber die einzigen nachweisbaren Tatsachen blieben die Werke, die sich im neuen Fundregal ansammelten:
Nach der Zerstörung der MagierAkademie in Tingen tauchten deren übriggebliebene Bücher hier wieder auf, das einzig überlieferte Machwerk der Wandler aus Mûr wurde im Fundregal zusammengetragen und interpretiert, die Wissenscheiben der Wahrheitssucher in Dysterthor werden immer noch Stück für Stück entziffert und die Bücher des Ordens der Sjakarta, dem die Priesterin Gajiness vorsteht, werden in Kürze eingelagert werden, ganz zu schweigen von den nicht offiziell bekannten Werken und seltsamen Artefakten der Wandler. Mittlerweile kann sich so das Fundregal die bewandertste Bibliothek in ganz Tikon nennen.
Jedoch hatte es auch mit dem Aufstieg des geschriebenen Wortes in Wexxel einen Nachteil. Denn der frühere Schreiber und jetzige Regent von Wexxel riß alle Ämter in der Bibliothek an sich mit der Begründung, daß er sie schließlich vom Keller auf aufgebaut hatte und diese wohlbehütet sehen wollte. So gibt es bis heute keinen HauptBibliothekar außer ihm, keinen HauptSchrifkundler, keinen anderen Experten für Wandler, niemanden, der all die Werke ganzheitlich einsehen darf. Von Seiten des Grundbesitzers Lord Varag Vetinari ist schon gar keine Hilfe zu erwarten, hat er doch dieses Bauwerk stets mit äußerster Sorgfalt gemieden. So scheint es, daß zum Wohle der Buchwerke kein Weg an Ghilean vorbeiführt, aber auch damit kein Weg zu den wichtigen Positionen im Fundregal zu Wexxel.

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Das wenige wurde mühsam aus den verstaubten Fundregalen von Michael Breitenfellner zusammengetragen.
Panta rhei. Das letzte Mal am 24. Mai 1999.