Die Dogenwahl zu Wexxel

DunkelZähne

Eine Wahlgruppierung


[] Die frühesten Erwähnungen von dunklen Existenzen in Wexxel gehen zurück zum erstmaligen Auftauchen der nekromonierenden Gräfin Aressia di Messola. Zuvor waren zwar auch schon die eine oder andere Bewegung in den verschütteten Hügeln beobachtet worden, aber erst die selbst zu den DunkelZähnen gehörende Aressia versuchte, dieses "Völkchen" aus der immerwährenden Verfolgung wegen ihres zweifelhaften Appetits zu befreien.
Sie suchte in Wexxel ein Elysium zu erschaffen, das es sowohl Menschen als auch DunkelZähnen gestattete, nebeneinander herzuwohnen ohne die üblichen Begleiterscheinungen dieser Aufeinandertreffen. DunkelZähne hatten sich fortan an eine gewisse Art von ungeschriebenen Kodex zu richten, der es ihnen ausdrücklich untersagte, von Menschen unerlaubt Blut zu entnehmen, während sich die Menschen seither einer Jagd auf diese Wesen verweigern mußten. Damit die DunkelZähne dennoch zu ihrer Nahrung kamen, wurden gewisse Tavernen eingerichtet, in denen Menschen für einen zum Teil von der Wexxler Obrigkeit und zum Teil von den DunkelZähnen selbst erbrachten Obolus ihr Blut zur Verfügung stellten. Der Betrag wurde so hoch angesetzt, daß sich dieser Handel für beide Seiten lohnte und schon bald hatte sich diese Nische zu einem kaum noch außergewöhnlichem Bestandteil des Wexxler Nachtlebens gewandelt.
Gräfin Aressia di Messola mußte jedoch bald darauf in ihrer Heimat nach dem Rechten sehen, setzte kurzerhand für die Dauer ihrer Abwesenheit einen Statthalter ein und verschwand, ohne daß jemand sie seitdem wieder gesehen oder von ihr gehört hätte. Seither hat dieser Statthalter Ghilean zusammen mit seiner Beraterin Gajiness Sja'Tallonach zahlreiche politische Änderungen in Wexxel vorgenommen, aber auch nach vielen mißtrauischen Blicken der DunkelZähne das Verhältnis nicht geändert, sondern nur verstärkt. Da sich die Stadt sowohl von ihrem Lehensherr König Bogumil XIII von Dracconia, als auch als halbautonome Oasenstadt vom Kalifat entfernt hatte, brauchte es eine starke innere Kraft, die Wexxel auch weiterhin ihren freien Status sicherte. Die Garde des Grundbesitzers und Plenarchen Lord Varag Vetinari vermochte dies nicht und so wurde dieser Kodex nur so lange mit dem Schutz für die DunkelZähne verbunden, wie sie selbst über die Einhaltung der Gesetze in Wexxel wachten. Damit hing das Gleichgewicht der Kräfte nur noch an den Menschen und DunkelZähnen selbst.
Die Dunklen achteten dabei darauf, daß jeder Neuankömmling in ihren Reihen dieses Elysium nicht mit seinem Verhalten gefährdete und die Menschen ließen sich im Schutze der durchaus machtvollen Dunklen ihr Leben in Wexxel gutgehen. Wenn jemand diese Abmachung übertrat, geriet damit nicht nur die Enklave der DunkelZähne in Gefahr, sondern auch der Schutz der Menschen wurde brüchig und sie machten gemeinsam Jagd auf diesen Vogelfreien, um ihn zur Strecke zur bringen. Die Dunklen waren hier umso eifriger, da für Vogelfreie der Schutz durch den Kodex nicht galt, ob DunkelZahn oder Mensch.
So etablierte sich über die Jahre hinweg eine stabile Zahl von DunkelZähnen in Wexxel, die eben wegen der ständigen Verfolgungen andernorts dieses Elysium hier genießen wollten. Diese bildeten regelmäßig einen Rat für ihre Entscheidungen hinsichtlich des Zusammenspiels von Enklave und Stadt und anderer wichtigerer Dinge. Die älteste der DunkelZähne, Anastasia, führt dabei den Vorsitz und ihre Stimme hat alleine soviel Gewicht, daß ihr Einspruch von keinem mißachtet werden kann und wird. Jedoch lieben die Dunklen ihre Abgeschiedenheit nicht nur wegen ihres vor allem der Nacht gehörenden Lebensstils und haben als Sprecher des Rates und der ganzen Enklave Romanusz auserkoren, der die Gespräche mit dem Regenten von Wexxel pflegt, während die anderen eher eine Existenz im Hintergrund vorziehen.

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Immer noch lückenhaft aber gewissenvoll rekonstruiert worden von Michael Breitenfellner.
Panta rhei. Das letzte Mal am 19. September 1999.